Neulich haben wir über Schattenfugen-Bilderrahmen geschrieben und heute denke ich, dass ich zu dieser Rahmenart durchaus noch mehr sagen und ausführlicher darauf  eingehen könnte. Ok, here we go. Zumal ich neulich ein Erlebnis hatte, dass es verdient hat, hier im Blog erzählt zu  werden. Denn scheinbar hilft das Internet auch dem Bilderrahmenbereich auf die Rahmen-Sprünge. Das dachte ich zumindest, als mir eine nette Bilderrahmen-Shop-Kundin aus dem Siegerland erklärte, Schattenfugenrahmen sei ja jetzt der neue Trend und dass man das nun auch im örtlichen Bastelladen propagiere.

Tatsächlich aber ist Schattenfugenrahmen ein Trend unserer letzten 31 Einrahmungsjahre. :-) Damals nutzten wir fürs Schattenfugeneinrahmen eher einfache Naturholzrahmen, heute ist das Angebot deutlich vielfältiger.

Schattenfugenrahmen

Schattenfugenrahmen – wo kommt der Name her?

Der Name erklärt sich durch die mehr oder weniger schmale Fuge, die entsteht, wenn man den Bilderrahmen nicht drauf- sondern dransetzt. Der Sinn hinter dem Schattenfugenrahmen ist vor allem der, dass man sein Kunstobjekt ganz zeigen und ihm so die plastische (3 D) Dimension erhalten will. Wer beide Rahmenvarianten einmal ausprobiert hat, wird gesehen haben, dass es einen manchmal großen optischen Unterschied macht, wenn man ein Bild Schattenfugenrahmt.

Ein Schattenfugenrahmen hat keinen Glasfalz und eignet sich deshalb nur für Objekte, die kein Glas benötigen, wie Gemälde, versiegelte oder unversiegelte Drucke, bei denen der Schutzaspekt eines verglasten Rahmens einmal keine Rolle spielt. Zur Zeit ist es in, auch ungeschützte (aufgezogene) Fotos nackt  im Schattenfugenrahmen zu zeigen. Ich halte diese Praxis für bedenklich, wenn man sein Bild nicht irgendwann wegschmeißen möchte.

Prinzipiell ist jeder Rahmen auch als Schattenfugenrahmen verwendbar und muss entsprechend um- bzw. ausgebaut werden, gegebenenfalls muss die Bilderleistentiefe aufgestockt und der vorhandene Bilderleistenfalz geschlossen werden. Das Prinzip des Schattenfugenrahmen ist oft, dass er dem zu rahmenden Objekt Luft lässt, gleichzeitig aber Halt gibt, idealerweise eine meist schlichte Volumen-Einheit bildet mit genau dem richtigen Abstand zu und genau der richtigen Nähe zwischen Bild und Rahmen.

Wir von Werkladenrahmen tendieren, was die Fugenbreite angeht, nach jahrzehntelangen Einrahmungs-Erfahrungungen mehr zu einer Breite von 5mm, um den Effekt bestens zu erreichen. Probleme tauchen  in diesem Zusammenhang regelmäßig da auf, wo das Bild (gerade bei Leinwand-Bildern auf Keilrahmen ein häufiges Phänomen) schief ist . Aber Achtung: ob ein Gemälde winklig ist, ist nicht unbedingt an der Gleichmäßigkeit der Bildmasse abzulesen. Bilder verschieben sich gern zu Bildrauten, ohne dass der Zollstock oder das Künstlerauge das merkt. Daher: unbedingt den Winkel anhalten -oder für Fachleute: das Stichmaß nehmen, sprich die Bilddiagonalen vergleichen.

Winkligkeit optimieren

In aller Regel empfiehlt es sich nicht, ein Bild deshalb vom Keilrahmen wieder ab- und wieder neu aufzuspannen, weil erstens die Malschicht (vor allem bei pastosen und/oder alten Gemälden) leidet, zum anderen natürlich durch Korrektur des Bildwinkels an einer Bildseite das Bildstück verlorengeht, was – winklig ausgerichtet – auf der anderen Seite als unbemalte Fläche neu erscheint. Professionelle Verbesserung schafft am ehesten das Anpassen des Schattenfugenrahmens an die Bildrautenform, was aber wirklich eine Sache der Einrahmungsspezialisten ist. Es kann in diesen Fällen ein Kompromiss sein, die Fugenbreite doch größer zu wählen, so dass die Bildschiefe, gemessen am winkligen Schattenfugenrahmen, nicht mehr so krass erscheint.Was den Abschluss nach vorn angeht, sollte das Bild ca. 2mm unter Bilderleistenoberkante positioniert werden, damit das Bild nicht absackt und die gelungene Bild-Rahmen-Einheit nicht dadurch gestört wird, dass Ihr Bild optisch nach hinten “absäuft”.

Und wenn das nun alles sehr kompliziert klingt, Sie wissen ja, wo Sie uns finden und wie Sie uns erreichen können. :)

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