Keilrahmen sind Rahmen, die ein Bild nicht einfassen, sondern als Spannrahmen für Leinwände oder auch sonstige Stoffbilder dienen. Zwei besondere Eigenarten zeichnen sie aus:

  1. Die jeweiligen Kopfenden der Keilrahmenschenkel haben Nut und Feder. Sie können also leicht zusammengesteckt und entsprechend mit jeweils zwei Holzkeilchen in jeder Gehrung nach aussen geschlagen, “ausgekeilt” werden. Dadurch wird die aufgespannte Leinwand erstmals gestrafft und das kann auch im Nachhinein zum Nachspannen des Bildes dienen.
  2. Keilrahmenleisten haben Wülste, die nach vorn zeigen. Diese naturgemäß runden Wülste verhindern zum einen, dass sich das Keilrahmenholz durch die Leinwand, also durch das Bild durchbohrt und sie sorgen gleichzeitig für ein Hohlliegen. So kann sich auch die Keilrahmenleiste insgesamt nicht auf dem Bild abzeichnen und ein Bild klebt zum Ende des Malvorgangs auch nicht an der Holzleiste fest.

Zwei Szenarien sind denkbar:

  1. Im einfacheren Fall hat man eine unbemalte Leinwand.
  2. Im komplizierteren Fall hat man ein bereits fertig gemaltes (oder auch gedrucktes) Bild.Oft sind dies Mitbringsel aus dem Urlaub.

Kann man unbemalte Leinwände für seinen Bedarf großzügig bemessen, so bringen die Mitbringsel oder Bild-Importe aus dem Internetkauf in der Regel Festmaße mit, oft sind sie auch schon von einem ursprünglichen Spannrahmen entfernt worden, um den Transport zu vereinfachen. Die seitlichen Leinwandumschläge können knapp bemessen, die Bilder gern schief sein.

Ist eine Bildfläche schief und der Umschlag weiß, empfiehlt es sich (bei einem dekorativen Bild: keinesfalls bei teurer Kunst -aber da sollte der Laie ohnehin die Finger von lassen) am ehesten, ein Stückchen des Bildes außen zu opfern, also mit in den seitlichen Umschlag zu nehmen; so ist im Zweifel kein weißer Rand in der Front sichtbar und der Bildteil bleibt bei der Rahmung mit Schattenfugenrahmen sogar einsehbar.

Die Bildmaße richten sich oft nicht nach unseren Standardmaßen. Ist das entsprechende Zwischenmaß beim Keilrahmenhändler nicht zu bekommen, so kürzt der Laie den Keilrahmen nicht an den Nut- und Federenden, sondern mitten in der Leiste. Ein Keilrahmen lässt sich in aller Regel sehr stabil verleimen, so man die Leiste schräg anschneidet.

Die elegante Lösung des Keilrahmenaufspannens ist die Befestigung der Leinwand unsichtbar auf der Keilrahmenrückseite. Auch bei der Einrahmung in einen Schattenfugenrahmen ist dann die Bildkante unbeeinträchtigt und beim abdeckenden Einrahmen stören keine seitlichen Nägel oder Klammern. Allerdings ist dafür unbedingt ein seitlich umlaufender Leinwandrand von mindestens 4 cm nötig, zwei cm für die (standardmäßige) Keilrahmendicke, zwei cm, damit man hinten einen “Anpack” hat für Finger oder Flachzange.

Meist weisen die vorgefertigten Keilrahmenschenkel mittige Schlitze ab 70 cm Länge auf. Die sollen stabilisierende Streben aufnehmen, die man am besten ab einer Schenkellänge von 80 cm mitkauft, entsprechend ab Keilrahmengröße ca. 70 x 80 cm ein oder auch mehrere Kreuze (bei sehr großen Leinwänden). Streben wie Kreuze verhindern, dass die  Keilrahmenmitten beim kräftigen Spannen nach innen nachgeben und das Bild Taillen bekommt. Auch die Planlage des Bildes wird verbessert. Die hängt zuallererst allerdings davon ab, dass der Keilrahmenhändler Keilrahmen aus langsam und fachgerecht getrocknetem Holz liefert. Gut sind in der Regel auch die Euro mehr für in sich verleimte  Keilrahmenhölzer investiert. In jedem Fall sollte der Keilrahmen vor dem Zusammenbau genau auf Geradigkeit geprüft werden. Nützlich ist es auch, den bereits zusammengesteckten Keilrahmen an dem Ort zu lagern, an dem später das fertige Bild gehängt werden wird und das gern auch über mal einen Monat. Dann kann sich das Holz an die entsprechde Umgebung akklimatisieren. Und zeigt uns vor dem Aufspannen schon, ob es sich im neuen Klima – etwa in sehr trocken geheizten Räumen – verziehen will. Und kann noch rechtzeitig ausgetauscht werden.

-> Fortsetzung folgt

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